Manchmal fängt ein großes Wandbild mit einer ganz einfachen Frage an: Was ist uns eigentlich wichtig? Genau das hat die Klasse 6b der Wartbergschule in Heilbronn an zwei Projekttagen mit uns bei einem Graffiti-Schulprojekt herausgefunden – und am Ende stand eine Wand voller Frieden, Vielfalt und Zusammenhalt.
Angefragt hatte uns Viktoria Friedrich – die Wartbergschule ist eine Startchancen-Schule mitten in der Nordstadt von Heilbronn. Für uns ging es damit aus Stuttgart raus in den Stadtkreis Heilbronn. Am ersten Tag ging es erst mal in den Klassenraum: Woher kommt Graffiti? Wo verläuft die Grenze zwischen Kunst und Schmiererei? Wie funktionieren Dose und Cap, und worauf muss man bei der Sicherheit achten? Danach durften alle auf Folie im Schulhof zum ersten Mal selbst sprühen. Parallel haben wir gesammelt, was den Kindern am Herzen liegt – und das Whiteboard füllte sich schnell: Respekt, Freiheit, Courage, Friedenstaube, Regenbogen, gemeinsam wachsen.
Aus diesen Ideen ist dann das Motiv entstanden. Im Zentrum ein dickes „WBS“ – das Kürzel der Schule für Werte, Bildung und Soziales – flankiert von einem Peace-Zeichen, einer Friedenstaube mit Olivenzweig, Herzen, Sternen und einem grinsenden Smiley.
Am zweiten Tag kam alles an die Wand. In Kleingruppen wurde gefüllt, ausgelinet und Schicht für Schicht aufgebaut, den Feinschliff hat zum Schluss Patrick übernommen. An der Fassade prangte seit vielen Jahren ein altes Graffiti mit unter anderem dem Schriftzug „Gangster“ – längst nicht mehr zeitgemäß und so auch nicht mehr gewünscht. Hier musste etwas Neues her, und jetzt leuchtet dort ein Bild, das die Klasse komplett selbst entwickelt hat. Richtig stark, was in zwei Tagen zusammenkommt, wenn alle mitziehen!