Graffiti Workshop FKK Bondorf 2015

Graffiti Stuttgart hat in Zusammenarbeit mit Dirk vom Freundeskreis Kunst und Kultur Bondorf  ein coolen Graffiti Workshop organisiert.

Nach zwei Theorie Unterrichts Tagen in den Räumen des FKK´s bemalten die Teilnehmer des Kurses zusammen mit Benny eine Brückenunterführung mit den vorab gemeinsam ausgearbeiteten Entwürfe an die Wand.

 

B-Village vetreibt das triste Grau von der Betonwand

Bondorf: Street-Art-Reihe im Jugendhaus geht nach sieben Terminen mit einem Graffiti-Workshop an der Straßenunterführung zu Ende

ZoomAn der Unterführung gehen Jugendliche mit Spraydose zu Werke: Der Beton soll freundlicher werden GB-Foto: Bäuerle

Einmal in die Fußstapfen von Banksy, Cope2 oder OZ treten – für 16 Jugendliche wurde dieser Traum Wirklichkeit. Beim nunmehr letzten Street-Art-Workshop des Bondorfer Jugendhauses drehte sich am Samstag alles um Graffiti. Mit Spraydosen bepackt machte man sich auf zur Unterführung an der L 1184, um den grauen Wänden dort zu etwas Farbe zu verhelfen.

Nadine Dürr

Was da auf der einen Seite der Tunnelwand entstand, könnte fast als kleine Liebeserklärung an die Gemeinde aufgefasst werden: In großen grün-orange-gelben Lettern leuchtete der Schriftzug “B-Village” vom Beton. “B für Bon und Village für Dorf – so nennen wir Bondorf seit etwa einem Jahr”, erklärt Jörg Weidemann, Teilnehmer des Workshops. Ein klein wenig stolz blickt der 18-Jährige auf das Werk. “Ich hätte nie erwartet, dass es so gut rauskommen würde”, sagt er. Zwar befindet sich der Bondorfer mitten in der Ausbildung zum Maler und Lackierer und hat so auch schon gesprayt, was er im Rahmen des Workshops gelernt hat, ist für ihn aber dennoch neues Terrain. “Benny hat uns zum Beispiel gezeigt, wie man Buchstaben kreiert, so dass es nachher ins Gesamtbild passt”, erzählt er.

Qualität gefragt

Benny, das ist der Leiter des Workshops, Mitte 30, in Stuttgart lebend und seit 15 Jahren in der Sprayer-Szene unterwegs. “Mir ist wichtig, die Begeisterung für legales Graffiti zu fördern”, sagt er. “Und wenn die Kids dann Bock kriegen, selbst zu sprayen, dann soll es Qualität haben.” Voraussetzung dafür sei die Kenntnis typografischer Regeln. Denn: “Wenn man die Regeln nicht kennt, kann man sie auch nicht brechen.” Einen Teil dieses Wissens vermittelte der Sprayer den Workshop-Teilnehmern bereits am vorhergehenden Samstag. Auch die Motive legte man fest: Zeichentrickfiguren wie Kenny aus “Southpark”, Brian aus “Family Guy” – oder eben den B-Village-Schriftzug, bei dem man sich gestalterisch am Logo der Gemeinde orientierte. Dieser Austausch mit der jüngeren Generation ist dem Sprayer ein Anliegen. “Wer Jüngere außen vor lässt und nur sein Ding macht, dessen Kunst stagniert irgendwann”, weiß er. Und so begegnete man sich beim gemeinsamen Sprayen auf Augenhöhe und diskutierte zwischendurch auch mal die angesagteste Sprayer-Mode. Vielleicht spielt auch diese lässige Atmosphäre mit hinein, wenn Jörg Weidemann die Graffiti-Werkstatt zu seinem Lieblings-Workshop kürt. “Graffiti wurde hier in ein gutes Licht gestellt, weg von der illegalen Schiene”, lobt er. “Es ist toll von der Gemeinde, dass sie uns das Sprayen im Tunnel erlaubt hat.”

Mit dem Sprayer-Workshop geht nun auch die Street-Art-Reihe des Jugendhauses zu Ende. Sieben Werkstätten und ein Ausflug zu einem Tanztheaterprojekt standen in den vergangenen drei Monaten auf dem Programm. “Die Jugendlichen fandens total cool und sind sehr angefixt”, erzählt Jugendreferentin Nadina Wörn. Insbesondere die Möglichkeit, sich mit Rapmusik auseinanderzusetzen, sei gut angekommen: “Nach den Workshops haben viele im Juha noch abendelang Texte geschrieben. Man hat Beats laufen lassen und dazu wurde dann gerappt.” Auch eine Freestyle-Veranstaltung im Rahmen der “offenen Bühne” entwickelte sich aus den Workshops heraus: Rap im Keller. Die selbst gesteckten Ziele sind erreicht. Und die Jugendreferentin beobachtet noch weitere positive Effekte: “Einige Jugendliche – gerade auch die, die nicht so große Schreier sind – hat das Ganze sehr weitergebracht: mal hinstehen, selbstbewusst sein und sich vor anderen präsentieren.”

Gute Zusammenarbeit

Auch im Freundeskreis Kunst und Kultur, dem Kooperationspartner des Jugendhauses, zeigt man sich angetan. “Die Zusammenarbeit sowohl mit dem Juha als auch mit den Jugendlichen war toll”, befand Margit Krause, die das Catering während der Workshops übernahm. “Die ganzen Jungs waren durch die Bank weg höflich, hilfsbereit und zuvorkommend.” Über die Rap-Veranstaltung im Zehntscheuerkeller unter der Flagge des FK Kunst und Kultur freut man sich besonders, kann sich eine Fortsetzung gut vorstellen. Und Margit Krause denkt auch schon weiter: “Was wäre denn, wenn man mit den Jugendlichen mal ins Theater geht? Wenn sie einmal etwas ganz anderes kennenlernen?” Bereits der Besuch des Tanztheaterprojekts “twenty.fifteen” in Ludwigsburg sei überraschend gut angekommen – eine Einladung, hier anzuknüpfen.

 

Bei diesem Workshop wurden verwendet:

 

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